Die Jugendeuropameisterschaften im ungarischen Tatabanya begannen für die deutschen Nachwuchsasse direkt mit einem Paukenschlag.
Nach drei Siegen in der Gruppenphase gewann das DBV-Team das Viertelfinale gegen Estland mit 2:0. Das Match am frühen Freitagmorgen blieb bis zum letzten Ballwechsel spannend und endete 55:51, 55:49. Noch am selben Abend hatte Team Germany gegen den haushohen Meisterschaftsfavoriten aus Frankreich zwar keine reelle Siegchance, verkaufte sich jedoch beim 33:55, 46:55 sehr achtbar.
Die Bronzemedaille ist die erste für ein deutsches Jugendteam seit 2013, als die Mannschaft um Fabian Roth in der Türkei Silber holte.
Maßgeblich beteiligt waren vier Nachwuchsspieler des TV Refrath, die während der Spiele eingesetzt wurden. Gespielt werden jeweils zwei Gewinnsätze bis 55, ein System, welches erstmalig auf europäischer Ebene angewendet wird. Nach einer vorher zwischen den Teams festgelegten Reihenfolge werden die fünf Disziplinen hintereinander ausgetragen, wobei in jedem Satz die erste Disziplin gespielt wird, bis eine Mannschaft 11 Punkte hat. Es folgt die zweite Disziplin bis zu einem Gesamtergebnis bis 22, bis hin zur letzten Disziplin, die bei 55 Punkten endet.
Während Milan Zeisig beim 2:0 – Sieg gegen Litauen seinen einzigen Einsatz hatte und sein Einzel 13:11 gewinnen konnte, trat Fynn Ohliger insgesamt 8 Mal im Herrendoppel an und blieb mit seinem Partner Linus Emmerich (Sterkrade) bis zum Halbfinale ohne Niederlage. Mit einer beeindruckenden 8:0-Bilanz im Doppel waren Kalliope Hermel und Maike Iffland die Leistungsträgerinnen bei den Damen und sorgten vor allem gegen Litauen und Estland für die Vorentscheidung. Auch gegen Frankreich konnten sie eine der beiden Begegnungen deutlich für sich entscheiden.
Nicht zu toppen in Sachen Spannung war jedoch das erste Gruppenspiel Deutschland gegen Schweden, welches nach 2:49 Stunden mit 45:55, 55:46, 55:54 erst im letzten Ballwechsel entschieden wurde. Die beiden weiteren Begegnungen gegen Litauen (55:46, 55:49) und vor allem gegen Luxemburg (55:33, 55:34) waren etwas weniger dramatisch.
Heinz Kelzenberg, einer der drei Coaches auf deutscher Seite: „Um ein Haar wären wir bereits gegen Schweden ausgeschieden und hätten nur noch um 9-16 gespielt, doch anschließend haben wir uns derart gesteigert, dass die Medaille sehr verdient ist“.
Am Samstag startet das Jungendoppel Fynn Ohliger/Linus Emmerich gegen das beste französische Doppel ins Individualturnier, gefolgt von den an 4 gesetzten Kalliope Hermel/Maike Iffland, die ihr erstes Match am Montag gegen den Sieger Schweiz gegen Norwegen bestreiten.




